Persönliche Transformation durch Anusara Yoga – Interview mit Barbra Noh

Ich bin sehr erfreut, Barbra Noh im November für die erste Anusara Immersion in Frankfurt willkommen zu heißen. Ich erlebe ihren Unterrichtsstil als eine einzigartige Mischung aus Fokusierung und Raum. In der Immersion gibt uns Barbra vertiefte Kenntnisse der Theorie von Anusara Yoga. Gleichzeitig öffnet sie den Raum für eine intensive, persönliche und kollektive Erfahrung mit der Philosophie und Praxis von Anusara.

Ich lade die Frankfurter Yogis und Yoginis ein, diese wunderbare Erfahrung zu teilen. Mein Gespräch mit Barbra soll einen Einblick über das geben, was ihre Leidenschaft für Anusara Yoga ist, was sie antreibt und was uns in diesem Herbst erwartet.

Sechs Stunden täglich, sechs Tage die Woche. Wie werde ich mich nach 36 Stunden Anusara Immersion fühlen?

Nach Teil I der Immersion wirst Du Dich fühlen, als hättest Du eine Schwelle zu einer Welt neuer Möglichkeiten und Verständnis, wie Du Yoga in den Alltag integrieren kannst, überquert. Als ich vor mehr als sechs Jahren zum ersten Mal Anusara Yoga erlebt habe, entdeckte ich eine Welt des Yogas, die ich noch nie gesehen hatte. Ich wollte mehr darüber wissen. Ich hoffe, dass die Schüler nach den ersten 36 Stunden ein ähnliches Gefühl erleben werden und beschließen uns in Teil II und III zu begleiten; hier werden wir noch tiefer in all die Konzepte einsteigen.

Du hattest bereits eine siebenjährige Yoga-Praxis und langjährige Unterrichtserfahrung, als Du Anusara entdeckt hast. Warum warst Du für eine Veränderung bereit?

Auf der Suche, mich in meinem Körper und in meinem Leben wohl zu fühlen, erforschte ich in den ersten sieben Jahren eine breite Palette von Yoga-Stilen. Ich praktizierte zwei Jahre traditionelles Hatha-Yoga in einem Ashram-Stil Zentrum. Später übte ich Iyengar Yoga, Ashtanga und verschiedene Vinyasa Stile. Als professionelle Tänzerin war ich sehr beweglich. Ich kam leicht in die Haltungen, aber irgendetwas war nicht ganz stimmig. Die Kurse waren mir entweder zu langsam, nicht anspruchsvoll genug oder zu schnell, und ich fühlte mich danach wie auseinander-genommen, da meine Flexibilität sich erhöhte, allerdings ohne sichere Grenzen. Obwohl ich danach ein Gefühl der geistigen Ausgeglichenheit und Entspannung gewonnen hatte, war es eher eine Art angenehmer Erschöpfung, wie sie nach dem Sport einsetzt. Ich fühlte mich emotional ziemlich gut, aber körperlich hatte ich oft Schmerzen. Ich suchte weiter nach dem Stil und der Yogammethode, die mir all die Dinge geben konnten, die ich wollte.

Warum Anusara Yoga?

Eines Tages kam eine Schülerin, die in den USA gelebt hatte, in meine Klasse. Sie fragte mich, ob ich als Anusara Lehrerin ausgebildet wurde. Meine Yoga-Klasse erinnerte sie an die Anusara-Klassen, die sie in den USA besucht hatte. Ich hatte noch nie von Anusara gehört. Sie sagte, dass sie von allen Klassen die sie ausprobiert hatte, die größten Fortschritte in Anusara Klassen machte. Das es da draußen eine Art von Yoga geben sollte, die scheinbar ähnliche Elemente einbezog, die ich versuchte, in meinen Unterricht zu integrieren, machte mich sehr neugierig. Noch in der Nacht ging ich nach Hause, googelte “Anusara” und begann Lehrer, zu suchen.

Wohin hat die Suche geführt?

Die Suche führte mich auf viele Reisen – wortwörtlich – in ganz Europa und Nordamerika, wo ich mit den besten Lehrern die ich finden konnte mein Studium weiter verfolgte. Vor allem aber führte es mich auf eine innere Reise in eine neue Welt; Neu in Bezug auf das Praktizieren, das Experimentieren und Denken über Yoga. Dies ist die Welt, die ich liebe und in die ich meine Schüler mitnehmen möchte: ein heiliger innerer Raum für körperliches, geistiges und seelisches Gleichgewicht.

Für mich gab es zwei entscheidende Momente:  1. Ich erinnere mich an eine meiner ersten Kurse mit einer zertifizierten Anusara Lehrerin aus Amerika. Knieschmerzen trafen mich in einer Stellung. Ich teilte dies der Lehrerin mit, und sie schlug schnell eine einfache Anpassung der Position meines Fußes vor. Der Schmerz verschwand, und ich konnte fühlen, wie die Energie frei durch mein Bein floss bis hinauf in mein Becken, statt am Knie blockiert zu sein. Ich war tief beeindruckt, dass ich mit solch einer einfachen, unkomplizierten Ansage meine Asana-Praxis dramatisch verändern konnte. 2. In Italien fand ich mich eines Tages in einem Anusara-Inspired Kurs wieder – in italienischer Sprache. Ich verstand kaum, was gesagt wurde, aber als ich die Klasse verließ, wanderte ich
durch Rom mit einer wunderbaren Leichtigkeit und Kraft des Körpers und des Geistes. Es war die größte Ausgeglichenheit auf allen Ebenen, die ich nach einem Yoga-Kurs seit langer Zeit gespürt hatte. Die Energie hinter der Methode überquerte die Grenze der Sprache. Dies war der Moment, als mir klar wurde, ich wollte diese Methode studieren.

Da es begrenzt ist, wie viel man in einem 90-minütigen Kurs lernen kann, meldete ich mich für den Immersion- Intensivkurse in Anusara Yoga an. Durch die Immersion habe ich gelernt, wie man sich sicher in die Haltungen hinein bewegt und wie man eine intensive, noch verstärkte Erfahrung hat, während man in der Haltung bleibt, anstatt einem “Hängen in der Pose” in der Hoffnung, etwas würde sich durch bloße Wiederholung verändern.

Wohin führte Dich dieser Einblick in die neue Welt?

Als ich anfing Anusara Yoga zu praktizieren hatte meine Begeisterung für diese Methode keine Grenzen. Ich besuchte viele Immersions und wiederholte die komplette Serie viermal. Jedes Mal lernte ich etwas Neues dazu und vertiefte mein Verständnis für das Konzept von dem ich dachte, ich hätte es schon verstanden. Ich begann zertifizierte Anusara Lehrer nach München einzuladen. Die Lehrer strahlten fundiertes Wissen aus und waren doch zur gleichen Zeit warme, “normal” ansprechbare Menschen. Ich war vorher noch keinen Lehrern begegnet, deren Kenntnisse und Fähigkeiten ein solch breites Spektrum an Themen von Asanas, Anatomie, Yoga Therapie bis zur Mythologie und Philosophie abdeckten. Ich wollte die Ausbildung, die sie hatten!

Wie hat sich Dein Unterricht verändert, als Du mehr über Anusara Yoga gelernt hast?

Bis zu diesem Zeitpunkt unterrichtete ich eine Verbindung aus Vinyasa und ausrichtungs-orientierten Elementen aus meiner eigenen Praxis. Nach dem Eintauchen in Anusara durch die Immersions hatte ich viel mehr Informationen auf die ich zugreifen konnte, um nicht nur meine eigene Praxis zu unterstützen, sondern auch um den Schülern zu helfen, auf einen besseren Stand in ihrer Yoga-Praxis zu kommen. Ich begann, die klaren und zugänglichen Ausrichtungs- Prinzipien von Anusara in meinen Unterricht zu integrieren. Unmittelbar danach wurde es sichtbar, dass die Schüler Durchbrüche erzielten und große Fortschritte machten. So konnten zum Beispiel Menschen mit Muskelfaserriss plötzlich schmerzfreie Vorwärtsbeugen machen. Untere Rücken-Beschwerden verschwanden oft sofort, sobald die Ausrichtung verbessert wurde. Oft kamen Leute zum ersten Mal in meinen Kurs, machten ihre ersten Anusara Erfahrungen und kommentieren danach “Dies ist das erste Mal, dass ich in einem Yoga-Kurs keine Rückenschmerzen empfand!” Die therapeutische Wirkung der Unterrichts-Methode wurde für mich sehr klar.

Welches zentrale Element der Praxis führte Dich schließlich dazu, eine Anusara Lehrerin zu werden?

Vertiefende Kenntnisse der Methode führten mich und meine Schüler in diese neue Welt. Mein Körper und die Körper der Schüler öffneten sich in den Posen mit Leichtigkeit und Stärke. Diese Leichtigkeit und Stärke schien in unsere emotionalen und mentalen Zustände zu fließen. Ich gewann nicht nur eine neue Art der Asana Praxis, durch die tantrische Philosophie der Methode gewann ich auch eine neue Einstellung zum Leben.

Die tantrische Philosophie unterstützt die Wandlung in der physischen Praxis. Es ist eine sehr integrierende Art, die Welt zu betrachten. An der Stelle, an der ich in meiner persönlichen Reise war, war es genau das, was ich brauchte. Ich kam aus einem Beruf, der Perfektion verlangte und brauchte daher nicht noch mehr Strenge oder Disziplin. Ich war nicht mehr daran interessiert, mich auf meine mentalen und emotionalen Schattenseiten oder auf meine Probleme zu fokussieren. Die Tantra-basierten Ideen, die die Grundlage für die Anusara Philosophie bilden, waren wie ein Hauch frischer Luft. Der Himmel öffnete sich, mein Horizont erweiterte sich, und ich gewann eine neue Perspektive auf viele Dinge.

 

Wie verstehst du die Kern-Vision von Tantra?

Die Hauptvision von Tantra ist, dass Bewusstsein die gesamte Existenz durchdringt. Alles was existiert, ist Bewusstsein, das sich manifestiert. Wenn man versucht, die Dinge auf diese Weise zu sehen, ändert sich das ganze Lebensgefühl.

Für mich ist Anusara eine wunderbare Methode – ein Werkzeug – das uns ermöglicht, dieses Bewusstsein zu verstehen, das sich in uns selbst materialisiert – und zwar in einer weniger theoretischen sondern mehr erlebnis-orientierte Art. Es gibt eine Energie, die in uns pulsiert. Wenn wir uns ihr öffnen und ihrem subtilen Fluss bewusst werden, verbinden wir uns besser mit uns selbst, mit anderen Menschen, mit unserer Umwelt – mit allem. Wir bekommen eine Mikrokosmos-Erfahrung dessen, was der Makrokosmos ist. Die physische Praxis hilft mir in einer intuitiven Art und Weise zu verstehen, wie ich in dieses komplexe Mysterium des Daseins passe.

Vielen Dank, dass wir an deiner Inspiration teilhaben durften, Barbra!

Barbra unterrichtet vom 26 – 28 Oktober bei dem Inside Yoga Conference, Frankfurt.

Anusara®yoga Immersion I
Barbara Noh
15-20 November 2012
Inside Yoga Frankfurt

www.insideyoga.de
www.barbaranohyoga.com

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Personal Transformation through Anusara Yoga – Interview with Barbra Noh

I am thrilled to welcome Barbra Noh to Frankfurt in November for the city’s first Anusara Immersion. I experience her teaching style as a unique mix of focus and space. In the Immersion, Barbra hones in on specific subject matter, giving us in-depth knowledge of the theory behind Anusara Yoga. At the same time, she opens space for an intense personal and group experience of the philosophy and practice.

I invite the Frankfurt yogis and yoginis to share in this wonderful experience. My conversation with Barbra should give you greater insight about what drives her passion for Anusara Yoga and what is in store for us this fall.

Six hours daily, six days. What should I feel like after the first 36 hours of an Anusara Immersion?

After Part I of the Immersion you will feel like you have crossed a threshold into a world of new possibilities concerning your yoga practice and your understanding of how you can bring your yoga into your daily life. When I first experienced Anusara Yoga over six years ago, I discovered a world of yoga I had not seen before. I wanted to know more about this world. After the first 36 hours, I hope you will experience this very same feeling and join us for Part II and III where we go more deeply into all the concepts introduced in Part I.

You had already had a seven year yoga practice and many years teaching experience when you discovered Anusara, why were you open to change?

In a search to feel well in my body and in my life, I explored a wide range of yoga styles during these first seven years. I spent two years practicing traditional hatha yoga in an ashram style center. Later I explored Iyengar Yoga, Ashtanga and various Vinyasa styles. As a professional dancer, I was very flexible. I could get into the poses, but something didn’t feel quite right. Classes were either slow moving and not challenging enough, or fast, even rigorous and I would feel “ripped apart” afterwards as my flexibility increased without any safe boundaries. Though I gained a sense of relaxation afterwards, it was more akin to the kind of pleasant exhaustion that sets in after doing sports. I felt quite good emotionally, but physically I was often in pain. I kept searching for the style and method of yoga that would give me all the things I wanted.

Why Anusara Yoga?

One day a student who had lived in the US came to my class. She asked me afterwards if I had trained as an Anusara teacher. My class reminded her of the Anusara classes she had attended in the US. I had never heard of Anusara. She told me of all the classes she had tried, she felt she made the most progress in Anusara classes. This made me very curious that there was a style of yoga out there that was apparently incorporating similar elements to those I was trying to integrate into my teaching. That very night I went home and googled “Anusara” and started looking for teachers.

Where did that search take you?

This search took me on many journeys – literally all over Europe and North America as I pursued my studies with the best teachers I could find. But most of all it took me on an inner journey to a new world of how I practice, experience and think about yoga. This is same world I offer and love to take students to: a sacred inner space for physical, mental and spiritual balance.

Two pivotal moments for me: 1. I recall one of my first classes with a certified Anusara teacher. Knee pain struck me in a pose. I told the teacher and she quickly suggested a simple adjustment in the position of my foot. The pain vanished and I could feel the energy move freely through my leg and up into my pelvis instead of being blocked at the knee. I was deeply impressed that with such a simple, straightforward cue, I could dramatically change my asana practice. 2. In Italy I found myself one day in an Anusara-insprired class – in Italian. I hardly understood anything that was said but I left that class and wandered through Rome with a wonderful lightness and strength of body and spirit. It was the most balanced I had felt after a yoga class in a long time. The energy behind the method crossed the boundary of language. This was the moment I knew I wanted to study this method.

It’s limited how much you can learn in the 90 minute class format. So I signed up for Immersions – intensive courses in Anusara Yoga. Through these studies I learnt how to safely move into poses, and how to have an intense yet empowering experience while remaining in them, as opposed to just “hanging in the poses” and hoping something would change through sheer repetition.

Where did the glimpse into this new world take you?

Once I got started, my enthusiasm for the method had no limits. I attended many Immersions, repeating the complete series four times. Each time I learnt something new and deepened my understanding of the concepts I thought I had already understood. I began inviting certified Anusara teachers to Munich. The teachers exuded in-depth knowledge, yet were at the same time warm, “normal”, approachable people. I had not previously come across teachers whose knowledge and skills covered such a wide spectrum of subjects ranging from asana, anatomy, yoga therapeutics to mythology and philosophy. I wanted the training that they had!

How did your teaching begin to shift as you learned more about Anusara Yoga?

Up to that point, I taught a fusion of the vinyasa and alignment elements that made up my own practice. After delving into Anusara through the immersions, I had a lot more information that I could access to support not only my own practice, but also implement to help students get into a better place in their yoga practice. I began integrating Anusara’s clear and accessible alignment principles into my classes. Quite immediately, the students practice “exploded” – people were getting break-throughs and making such great progress. For example, people with hamstring tears were suddenly doing pain-free forward bends. Lower back discomfort would often disappear immediately once the alignment was applied. People would come to my class for the first time, their first Anusara experience and comment afterwards, “This was the first time I did a yoga class without back pain!” The therapeutic effect of the method became very clear to me.

What key element of the practice led to you to eventually become an Anusara teacher?

Deeper knowledge of the method was leading me and my students into this new world I mentioned. My body and the students’ bodies where opening with ease and strength in the poses. This ease and strength seemed to flow naturally into our emotional and mental states. I not only gained a new asana practice. Through the tantric philosophy of the method I also gained a new outlook on life.

The Tantric philosophy facilitates the shift in the physical practice. It is a very inclusive way of viewing the world that for me, at the point I was in my personal journey, was exactly what I needed. Coming from a previous profession that demanded perfection, I didn’t need more austerity or discipline. Mentally and emotionally, I was done with focusing on my shadows and problems. The tantric based ideas I learnt and that form the basis for Anusara philosophy where like a breath of fresh air. The skies opened up, the horizon seemed so much broader and I gained a new perspective on many things.

How do you understand the key vision of Tantra?

The key vision of Tantra is that consciousness pervades all of existence. Everything that exists is Consciousness expressing itself. If you start trying to see things in this way, it changes your whole attitude to life.

To me Anusara is a wonderful method, a tool that facilitates our understanding of the one Consciousness expressing itself through us that it is less theoretical and more experiential. There is an energy which pulsates within us and when we open up to it and become aware of its subtle flow, we start to feel more connection to ourselves, to other people, to our environment – to everything. We get a microcosm experience of what the macrocosm is about. The physical practice helps me understand in some intuitive way how I fit into this complex mystery of existence.

Thank you Barbra for sharing your inspiration!

Barbra will be teaching at the Inside Yoga Conference in Frankfurt from October 26th to 28th.

For more information about the upcoming Anusara Immersion with Barbra please contact Inside Yoga.

Anusara®yoga Immersion I
Barbara Noh
15-20 November 2012
Inside Yoga
Frankfurt

www.insideyoga.de
www.barbaranohyoga.com